Geburtshilfe, Fachbeitrag

Ein Neu­geborenes stillen: Die Stillberatung (IBCLC) bietet Aufklärung & Wohlbefinden

12. Juli 2023 -

Für viele Frauen ist das Stillen ihres Neugeborenen ein fester Bestandteil dieses Alltags und zugleich ein sensibles Thema: Klappt es, klappt es nicht? Sollten sich Fragen ergeben oder Probleme auftreten, die Mütter verunsichern oder belasten, können sie sich vertrauensvoll an eine Stillberatung (IBCLC) wenden oder diese direkt in ihrer Entbindungsklinik, beispielsweise in der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung, in Anspruch nehmen.

Wann eine Stillberatung Sinn macht und wie diese den Müttern und ihren Kindern helfen kann, erfahren Sie im folgenden Beitrag.  

Eine besondere Zeit

Der Prozess des Stillens ist für viele Mütter eine wichtige Phase, in der sie ihr Baby intensiv kennenlernen und das Kind selbst ein tiefes Vertrauen in seine Mutter entwickelt.

Vor allem frischgebackene Mütter dürfen sich erst einmal ausreichend Zeit nehmen, um die Geburt zu verarbeiten, körperliche Veränderungen bewusst wahrzunehmen und sich in den Alltag mit ihrem Baby einzufinden.

Stillen

Eine vertraute Erfahrung für Mutter und Kind

Das Stillen ist nach wie vor ein sehr sensibles Thema, denn es gelingt nicht immer. Ein Neugeborenes zu stillen kann für die Mutter eine ganz besondere, mitunter aber auch eine frustrierende oder schmerzhafte Erfahrung sein. Die Expertinnen und Experten der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung empfehlen frischgebackenen Müttern aus diesem Grund, ruhig und entspannt zu bleiben und sich sowie dem Baby selbst Zeit zu geben.

Ein Baby liegt mit dem Rücken auf einem Kissen, hat die Beine nach oben und lächelt.
Wertvolle MuttermilchDie Zusammensetzung der Muttermilch ist besonders nährreich und wertvoll. Sie besteht aus hunderten von Bestandteilen und versorgt das Baby mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen sowie Vitaminen. Bestimmte Enzyme, Hormone und weitere Inhaltsstoffe sorgen für eine stabile Immunabwehr des Kindes und schützen vor Allergien.

Optimale Sättigung für das Baby

Die Muttermilch ist für das Stillen stets richtig temperiert, für das Kind sofort zugänglich und dabei auch hygienisch rein. Die Zusammensetzung ist ebenfalls genau auf die Bedürfnisse des Säuglings angepasst.

So verändert sich in den ersten Tagen nach der Geburt die Konsistenz der Muttermilch. Während sie zu Beginn gering, aber dickflüssig austritt, ist sie nach einigen Wochen zunächst flüssig und löscht erst einmal den Durst des Babys, wird während des Stillvorgangs allerdings immer kalorien- sowie fettreicher und sättigt das Kind optimal.  

Ein Neugeborenes wird gestillt. Eine Stillberaterin unterstützt die Mutter bei der richtig Haltung des Babys.
„Das Stillen tut in vielen Fällen sowohl Mutter als auch Kind gut – wenn es gelingt.“Yasmin Abu-TaaBabylotsin, Kinderkrankenschwester, Still- und Laktationsberaterin IBCLC

Was ist eine Stillberatung?

Viele frischgebackene Mütter sind traurig oder gar frustriert, wenn sie mit Problemen wie Schmerzen oder einer zu geringen Menge an Muttermilch zu kämpfen haben. Weitere Hindernisse, die das Stillen erschweren, sind:  

  • Der Säugling hat Schwierigkeiten, die Brustwarze zu erfassen. 
  • Die Brustwarzen schmerzen oder sind wund.
  • Die Mutter leidet an einer Brustdrüsenschwellung.  
  • Das Baby nimmt nicht ausreichend Muttermilch auf.  
  • Das Anlegen an die Brust gelingt nicht.  
  • Die Mutter findet keine geeignete Stillposition und fühlt sich unwohl.

Von kleinen Unsicherheiten bis hin zu größeren Problemen – eine qualifizierte Stillberatung steht Müttern mit fachlichem Rat und viel Empathie und Verständnis zur Seite. Viele Frauen fragen sich jedoch: Was macht man bei einer Stillberatung? In einigen Fällen reicht es bereits aus, über Fragen oder Schwierigkeiten zu sprechen und sich eine Rückversicherung einzuholen. Manchen Müttern hilft es hingegen, eine geeignete Technik für das Anlegen des Kindes zu erlernen. Und wieder andere nehmen Tipps für schmerzende Brüste oder Brustwarzen dankbar entgegen.  

Kompetente Stillberatung

Beschäftigen sich frischgebackene Mütter mit dem Thema Stillberatung, stellt sich ihnen oftmals eine weitere Frage: Wo finde ich eine Stillberaterin? Gynäkologinnen, Gynäkologen und Hebammen sind kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, wenn es um das Stillen eines Neugeborenen geht. Mit dem Wissen und den Grundlagen ihrer Standardausbildung können sie erste Fragen beantworten und bis zu einem gewissen Grad Hilfestellungen geben.  

Speziell geschulte Stillberatung (IBCLC)

Haben Mütter allerdings mit komplexeren Schwierigkeiten zu tun oder möchten intensiver beraten und betreut werden, bietet es sich an, eine Stillberatung in der Nähe in Anspruch zu nehmen. In einigen Kliniken, so beispielsweise auch in der als „Babyfreundliche Geburtsklinik“ ausgezeichneten Caritas-Klinik Maria Heimsuchung in Berlin-Pankow, kümmert sich eine speziell geschulte Stillberatung (IBCLC) um das Wohl von Mutter und Kind.

Das Kürzel IBCLC belegt, dass die Stillberaterinnen Teil des sogenannten „International Board of Certified Lactation Consultants“ und somit ausgebildet und besonders qualifiziert sind. Wer nach weiteren Anlaufpunkten für eine Stillberatung in der Nähe sucht, kann sich auch an die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der „La Leche Liga“ oder an lokale Stilltreffs wenden. Dabei im Vordergrund stehen sollte stets eines: Das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Denn so individuell wie jedes Neugeborene ist auch jeder Stillvorgang, welcher ohne Druck und Stress meist am besten gelingt.