Gynäkologie, Beckenbodenzentrum, Fachbeitrag

Wechseljahre bei Frauen: Der Hormonhaushalt reguliert sich neu  

15. September 2023 -

Die Wechseljahre sind für viele Frauen eine Zeit des Umbruchs. Ein neuer Lebensabschnitt kündigt sich an und mit ihm gehen körperliche Veränderungen bis hin zu kleineren oder größeren Beschwerden einher. Um die Symptome der Wechseljahre besser verstehen und einordnen zu können, hilft es, zu wissen, was in dieser Phase im weiblichen Körper geschieht.

Wir klären Fragen wie: „Was sind die ersten Anzeichen für die Wechseljahre?“ oder „Wie lange sind Frauen in den Wechseljahren?“ und geben Tipps für einen entspannten und bewussten Umgang mit dem eigenen Körper.  

Definition Wechseljahre

Frauen befinden sich vor und nach ihrer letzten Monatsblutung in ihren Wechseljahren. Dieser Zeitraum wird vor allem deshalb als Übergang bezeichnet, weil Frauen nach der Menopause, also ihrer letzten Monatsblutung, nicht mehr schwanger werden können.

Symptome der Wechseljahre 

Wie verändert sich der weibliche Körper?

In der Fachsprache werden die Wechseljahre als Klimakterium bezeichnet. In dieser Zeit stellt der weibliche Körper seine Hormonproduktion um, weshalb es zu körperlichen Veränderungen kommt. Viele Frauen fragen sich: In welchem Alter fangen die Wechseljahre an? Dies lässt sich nicht pauschal beantworten. Die meisten Frauen durchleben die hormonelle Umstellung ihres Körpers allerdings mit etwa Mitte 40 bis etwa Mitte 50. Ebenso kann weder der Beginn noch das Ende der Wechseljahre genau bestimmt werden. Die durchschnittliche Dauer beträgt aber etwa fünf bis acht Jahre. 

Auch die Symptome der Wechseljahre äußern sich sehr individuell. Forschungsergebnisse zeigen: Circa jede dritte Frau erlebt die Wechseljahre ohne spürbare Veränderungen oder Einschränkungen. Ebenfalls jede dritte Frau setzt sich mit leichten Beschwerden auseinander, die ihre Lebensqualität allerdings nicht unbedingt einschränken. Ein weiteres Drittel plagen hingegen starke Beschwerden und Begleiterscheinungen, die sich auf Körper und Geist massiv auswirken können.

Allgemein bekannte und häufige Symptome der Wechseljahre sind:  

  • Längere blutungsfreie Phasen
  • Unregelmäßige Monatsblutungen
  • Plötzliche Schweißausbrüche
  • Häufige mäßige bis starke Hitzewallungen und Hautrötungen
  • Schwindel und Kreislaufprobleme
  • Trockenheit der Scheide
  • Stimmungsschwankungen (erhöhte Reizbarkeit, Nervosität)
  • Schlaflosigkeit
Damenbinde mit roten Blütenblättern
Gut zu wissenDer Beginn der Wechseljahre lässt sich nicht punktgenau berechnen oder bestimmen – so kann es vorkommen, dass Frauen eine vorzeitige Menopause erleben und die Blutung bereits im Alter von 40 Jahren stoppt.

Auch bestimmte Krankheitsbilder und Therapien, beispielsweise im Falle einer Krebserkrankung, können vorzeitige Wechseljahre auslösen. Da jeder weibliche Körper unterschiedlich ist, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen und sich individuell beraten lassen.  

Die 4 Phasen der Wechsel­jahre 

Was geschieht vor und nach der Menopause?

In den Wechseljahren durchlebt der weibliche Körper mit seinem Hormonhaushalt eine Zeit des „Umbauens“, welche grob in die 4 Phasen der Wechseljahre eingeteilt wird:

1. Prämenopause

Die Prämenopause tritt um das 40. Lebensjahr herum auf und beschreibt die erste Phase der Wechseljahre, in der der weibliche Körper damit beginnt, die Hormone Östrogen und Progesteron langsam zu reduzieren. Der Vorrat an Eizellen, angesiedelt in den Eierstöcken, wird ebenfalls weniger. Folglich verändert sich auch der Zyklus: Es kann zu längeren Menstruationszyklen und kürzeren Blutungen kommen. Ebenso möglich sind Zwischenblutungen oder längere Blutungen.

Weitere erste Anzeichen sind beispielsweise:

  • auffällige Stimmungsschwankungen
  • Wassereinlagerungen
  • Gewichtszunahme
  • Schilddrüsenauffälligkeiten
  • oder vermehrt Migräne.

2. Perimenopause

Die zweite Phase der Wechseljahre, die sogenannte Perimenopause, markiert den tatsächlichen „Umbruch“ – sowohl hormonell als auch körperlich. Die Regelblutungen treten in immer größer werdendem Abstand ein und die Östrogenproduktion nimmt stark ab, bis die Eierstöcke das Hormon nicht mehr produzieren.

Symptome der PerimenopauseStärkere Symptome wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schweißausbrüche, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, Verlust der Libido, stärkerer Harndrang und trockene Haut sowie trockene Schleimhäute begleiten die Perimenopause häufig.  

3. Menopause

Die Menopause und damit die dritte Phase der Wechseljahre beschreibt den Zeitpunkt der letzten Monatsblutung. Ab dann, im Durchschnitt meist mit 51 Jahren, können Frauen nicht mehr schwanger werden. Viele Frauen fragen sich: „Wann weiß ich, ob ich in der Menopause bin?“ Ob und wann die Menopause eingetreten ist, lässt sich allerdings erst feststellen, wenn es ein Jahr lang zu keiner Monatsblutung kommt. Darüber hinaus geht auch diese Phase der Wechseljahre weiterhin mit einem starken Abfall des Hormons Östrogen einher.

4. Postmenopause

Die Postmenopause und vierte Phase der Wechseljahre ist der Zeitraum, in welchem sich der weibliche Körper und mit ihm der Hormonhaushalt langsam wieder reguliert und in Balance kommt. Folglich bessern sich meist auch Beschwerden wie Schweißausbrüche und Hitzewallungen. Aufgrund der geringen Konzentration von Östrogen kann es aber wiederum zu einem erhöhten Maß an Antriebslosigkeit oder auch einer zunehmenden Faltenbildung kommen. Trockene Schleimhäute, dünnere Haare und eine abnehmende Knochendichte sind weitere mögliche Begleiterscheinungen.

Aufgrund des fehlenden Östrogens steigt außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, da sich das Hormon im Normalfall regulierend auf das HDL-Cholesterin auswirkt. Die Expertinnen und Experten der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung empfehlen aus diesem Grund regelmäßige Check-ups.  

Eine Frau in den Wechseljahren meditiert im Schneidesitz in der Natur.

Beschwerden in den Wechsel­jahren

Welcher Lebensstil ist der richtige?

Obwohl die Wechseljahre eine Zeit des „Umbaus“ sind, verspüren nicht alle Frauen Begleiterscheinungen. Schränkt die Neuregulierung des Hormonhaushalts Betroffene allerdings zu massiv ein, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das körperliche Wohlbefinden zu steigern. Dazu zählen besipielsweise:

  • eine Ernährungsumstellung
  • mehr Bewegung
  • Atem- und Meditationsübungen
  • sowie ausreichend Ruhephasen, um Körper und Geist keinen zusätzlichen Stress zuzumuten.

Viele Frauen fragen sich in dieser Zeit außerdem: Wechseljahre und Medikamente – geht das? Die Antwortet lautet: Ja – zumindest in Form einer speziellen Hormontherapie. Empfehlenswert ist es in diesem Fall jedoch, die Dosis und die Behandlungsdauer so gering und kurz wie möglich zu halten, um Nebenwirkungen oder Folgen zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Die Wechseljahre sind ein natürlicher Prozess, die Frauen nutzen können, um sich und ihren Körper auf einen neuen Lebensabschnitt vorzubereiten. Wer allerdings von Beschwerden geplagt ist, findet in der Caritas-Klinik Maria Heimsuchung erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten, die Ihnen beratend sowie behandelnd zur Seite stehen.